Junge Erwachsene träumen vom Wohneigentum
Der Wunsch nach Wohneigentum ist in Deutschland ungebrochen – vor allem bei jungen Erwachsenen. Doch hohe Immobilienpreise und fehlendes Eigenkapital machen den Traum vom Eigenheim für viele unerreichbar. Eine aktuelle Umfrage zeigt, was potenzielle Käufer antreibt und was sie ausbremst.
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Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage von Goldberger Marktanalytik im Auftrag von ImmoScout24 wünschen sich 85 % der 18- bis 29-Jährigen Wohneigentum. Bei den unter 50-Jährigen sind es immer noch 65 %. Doch der Weg zum Eigenheim ist für viele steinig: Besonders fehlendes Eigenkapital und hohe Immobilienpreise stehen dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden im Weg.
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Sicherheit und Altersvorsorge als Hauptmotive
Für viele Befragte ist Wohneigentum weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Ein Drittel (32 %) sieht darin Sicherheit und Unabhängigkeit, während 25 % es als wichtigen Baustein der Altersvorsorge betrachten. Besonders in den Großstädten ist das Bedürfnis nach Sicherheit hoch (40 %), während in Ostdeutschland vor allem der Vermögensaufbau eine Rolle spielt (23 %). Bei den 40- bis 49-Jährigen steht die Altersvorsorge im Vordergrund (34 %), während die 60- bis 69-Jährigen eine verbesserte Wohnqualität als wichtigstes Argument nennen (35 %).
Neben dem Eigenheim als Wohnsitz spielen Immobilien auch als Geldanlage eine bedeutende Rolle: 71 % der Befragten sehen den Immobilienkauf als Investition. Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren (82 %) sowie die 30- bis 39-Jährigen (78 %) teilen diese Ansicht. Immobilien zur Vermietung sind als Investment (25 %) fast genauso beliebt wie ETFs (28 %).
Hohe Preise und wenig Eigenkapital als größte Hürden
Doch der Wunsch nach Wohneigentum bleibt häufig unerfüllt – vor allem aufgrund finanzieller Hindernisse. Fast ein Drittel der Befragten (28 %) gibt an, zu wenig Eigenkapital zu besitzen, um den Traum vom Eigenheim zu realisieren. Hohe Immobilienpreise schrecken 27 % vom Kauf ab. Besonders in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen (37 %) und bei Familien (35 %) werden die Preise als größte Hürde gesehen.
Ein weiteres Problem: 43 % der Befragten verfügen über weniger als 10.000 Euro Eigenkapital. Besonders betroffen sind Singles (58 %) und Ältere (50 %). Zudem sind Frauen stärker betroffen als Männer: 47 % der Frauen haben weniger als 10.000 Euro Eigenkapital, bei den Männern sind es 39 %.
Personen, die bereits Eigentümer sind und die in ihrer eigenen Immobilie leben, verfügen zu 38 % über ein Eigenkapital von mehr als 50.000 Euro. Dagegen haben Mieter größtenteils weniger als 10.000 Euro Eigenkapital (51 %).
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Hoher Handlungsbedarf: ImmoScout24 fordert staatliche Förderung
ImmoScout24-Geschäftsführerin Dr. Gesa Crockford fordert daher gezielte Maßnahmen von der Politik, um den Immobilienerwerb zu erleichtern: „Der Wunsch nach Wohneigentum ist groß, doch die Eigentumsquote in Deutschland ist leider noch immer gering. Die neue Bundesregierung sollte insbesondere für Familien Anreize schaffen und den Immobilienerwerb erschwinglicher machen. Das kann zum Beispiel durch eine geringere Grunderwerbssteuer beim Erwerb zur Selbstnutzung oder ein Förderprogramm, welches die Finanzierungslücke bei fehlendem Eigenkapital schließt, gelingen.“