Der R+V Konzern hat seine vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2024 veröffentlicht. Nach dem der Versicherer bereits im vergangenen Jahr verbesserte Zahlen vorlegen konnte, wurden nun die Geschäftsergebnisse in allen Sparten nach oben gehievt.

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Für das Jahr 2024 vermeldet das Wiesbadener Unternehmen wieder positivere Zahlen. Demnach wuchsen die Beiträge der R+V Gruppe um 5,4 Prozent auf etwa 20,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte der Versicherer um 2,8 Prozent verbesserte Beitragseinnahmen im deutschen Erstversicherungsgeschäft ausfweisen. Diese lagen final bei 16,0 Milliarden Euro. Resultierend daraus stand beim Ergebnis vor Steuern (IFRS) ein Plus von 23 Prozent und damit 1,24 Milliarden Euro.

Die Aktive Rückversicherung legte beim Umsatz um 9,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Die italienische R+V-Tochter Assimoco kletterte sogar um 30,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die Vertriebspartnerschaften mit der genossenschaftlichen Bankengruppe Cassa Centrale Banca (CCB) und der größten italienischen Bankgenossenschaft ICCREA hätten maßgeblich zu der positiven Entwicklung beigetragen.

„Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und globaler Unsicherheiten ist es der R+V Gruppe gelungen, in allen Sparten weiter zu wachsen“, sagt R+V-Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger. Für das kommenden Jahr bleiben die Herausforderungen derweil groß. Die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten seien nicht geringer geworden, betont Rollinger. „Von der künftigen Bundesregierung wünschen wir uns darum dringend nötige Reformen.“

Dazu gehöre neben einem zwingend notwendigen Bürokratieabbau die weiterhin überfällige Reform der privaten Altersvorsorge. „Man kann es nicht oft genug betonen: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, um Versorgungslücken zu schließen und die Menschen vor Altersarmut zu schützen. Nur die Versicherungswirtschaft bietet hier lebenslange Rentenleistungen und sorgt damit für finanzielle Sicherheit im Alter.“ Ebenso wichtig sei die Umsetzung eines von der Versicherungswirtschaft geforderten Gesamtkonzepts, um den Folgen des Klimawandels besser begegnen zu können. Ein für die Menschen flächendeckender und versicherbarer Schutz gegen Elementargefahren müsse das Ziel sein.

Lebensversicherung marginal verbessert

Während das Geschäft in der Schaden-/Unfallversicherung und in der Krankenversicherung weiter wuchs, verzeichnete die R+V in der Lebens- und Pensionsversicherung einen marginalen Umsatzrückgewinn. So konnten die gebuchten Bruttobeiträge in der Sachsparte um 5,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Im Privat- wie im Firmenkundengeschäft legte der Versicherer um jeweils rund sieben Prozent zu. In der Kfz-Sparte stiegen die Beitragseinnahmen um 3,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Hervorzuheben sei hier die Wohngebäudeversicherung, die um 8,8 Prozent auf 704 Millionen Euro wuchs.

Das Segment Lebens- und Pensionsversicherung kletterte leicht um etwa 0,4 Prozent der Beiträge ein und lag damit bei 7,6 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Einmalbeiträgen habe mit 2,8 Milliarden Euro ein Plus von 0,1 Prozent eingefahren. Im Geschäft gegen laufenden Beitrag legte der genossenschaftliche Versicherer um 0,5 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu.

Auch beim gesamten Neugeschäft gab es verbesserte Werte. Demnach stiegen die Neubeiträge um 1,6 Prozent auf gut vier Milliarden Euro. Einen großen Anteil daran hatte erneut die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit einem Neubeitragsvolumen von 1,4 Milliarden Euro. Dabei sank hier der Umsatz um 12,9 Prozent. Dagegen verlor das Neugeschäft mit Altersvorsorge-Produkten mit neuartigen Garantien deutlich. Die neuen Garantien erlebten einen Rückgang von rund 20 Prozent. Der Neubeitrag habe dadurch bei 887 Millionen Euro gelegen.

Ein wichtiger Wachstumstreiber sei 2024 erneut das Geschäftsfeld Gesundheit gewesen. Hier habe der Versicherer im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 4,7 Prozent den Umsatz auf 949 Millionen Euro steigern können. Die Anzahl der versicherten Personen wuchs um 6,5 Prozent auf 1,8 Millionen. Der Großteil der Versicherungsnehmer hat eine Zusatzversicherung. Denn die Zahl der Zusatzversicherten habe um 6,7 Prozent auf fast 1,7 Millionen zulegen können. Im gleichen Atemzug wuchs die Zahl der Vollversicherten um 2,6 Prozent auf rund 72.500.