Hintergrund: Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der Allianz SE folgt einem mehrstufigen Modell, das sowohl feste als auch leistungsabhängige Komponenten umfasst. Neben einem fixen Grundgehalt gibt es eine jährliche Bonuszahlung sowie eine langfristige variable Vergütung (LTI – Long-Term Incentive), die erst nach mehreren Jahren zur Auszahlung kommt. Die genaue Höhe der variablen Bestandteile hängt von der Unternehmensperformance, individuellen Zielen und der Entwicklung des Aktienkurses ab.

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Wie setzt sich die Vorstandsvergütung zusammen?

Die Vergütung der Vorstände gliedert sich in drei Hauptkomponenten:

1.) Feste Vergütung – Grundvergütung plus Nebenleistungen

Die Grundvergütung ist ein fester, nicht leistungsabhängiger Bestandteil des Einkommens. Sie unterscheidet sich zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und den übrigen Vorstandsmitgliedern:

  • Vorstandsvorsitzender (CEO): 2,007 Millionen Euro pro Jahr
  • Ordentliche Vorstandsmitglieder: 1,024 Millionen Euro pro Jahr

Die Grundvergütung bleibt über die Jahre stabil und ist nicht an unternehmerische Kennzahlen gekoppelt. Hinzu kommen Nebenleistungen, die noch einmal einige tausend Euro betragen und ebenfalls unter der festen Vergütung aufgelistet sind.

2. Jahresbonus – die kurzfristige variable Vergütung

Zusätzlich zum Grundgehalt erhalten die Vorstandsmitglieder eine jährliche Bonuszahlung, deren Höhe von zwei Faktoren abhängt:

  1. Zielerreichung des Konzerns – Hierbei werden das operative Ergebnis und der Anteilseignerüberschuss berücksichtigt.
  2. Individuelle Leistung – Ein sogenannter „Individueller Beitragsfaktor“ (IBF) kann zwischen 0,8 und 1,2 variieren, abhängig von der persönlichen Zielerreichung.

Die Zielwerte für den Jahresbonus betragen:

  • CEO: 1,673 Millionen Euro
  • Ordentliche Vorstandsmitglieder: 854.000 Euro

Die tatsächliche Auszahlung kann jedoch je nach Zielerreichung zwischen 0 und 150 Prozent der Zielgröße liegen. In 2024 übertrafen die tatsächlichen Bonuszahlungen jedoch in allen Fällen die Zielwerte.

3. Langfristige variable Vergütung (LTI – Long-Term Incentive)

Der größte variable Vergütungsbestandteil ist die langfristige Vergütung, die über vier Jahre gebunden bleibt. Die endgültige Höhe hängt von drei Faktoren ab:

  1. Zielerreichungsfaktor des jährlichen Bonus – Die LTI-Zuteilung basiert auf der vorherigen Ermittlung des individuellen Zielerreichungsfaktors beim Jahresbonus.
  2. Vierjährige Aktienkursentwicklung – Die Entwicklung des Allianz-Aktienkurses über vier Jahre beeinflusst die Höhe der LTI-Auszahlung; der Multiplikator liegt zwischen 0 und 200 Prozent.
  3. Relativer Performance-Faktor – Vergleicht die Aktienentwicklung der Allianz mit der Konkurrenz (z. B. STOXX Europe 600 Insurance); auch hier liegt der Multiplikator zwischen 0 und 200 Prozent.

Zusätzlich erfolgt eine Nachhaltigkeitsprüfung, die eine Kürzung der LTI-Zuteilung zur Folge haben kann, falls bestimmte finanzielle, ökologische oder soziale Kriterien nicht erfüllt werden.

Die Zielwerte für die LTI-Zuteilung betragen:

  1. CEO: 3,011 Millionen Euro
  2. Ordentliche Vorstandsmitglieder: 1,536 Millionen Euro

Diese Beträge werden jedoch erst nach vier Jahren ausgezahlt (und sind in dieser Zeit gebunden). Zum Beispiel erhielt Oliver Bäte 2024 die LTI-Zuteilung aus dem Jahr 2019. Die vierjährige Bindungsfrist lief von 2020 bis 2023, bevor die Auszahlung erfolgte.

Folgende Grafik veranschaulicht die recht komplexe Vergütungsstruktur der Allianz-Vorstände:

Allianz/ Geschäftsbericht

Die Grafik zeigt auch, dass es weitere Bestandteile der Vergütung gibt – als wichtigster Bestandteil sind Aufwendungen für Pensionen zu nennen. Allerdings hat die Allianz eine Obergrenze – einen Cap – für die maximale Vergütung festgelegt. Dieser beträgt:

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  • CEO: Maximal 11,75 Millionen Euro
  • Ordentliche Vorstandsmitglieder: Maximal 6 Millionen Euro

Unsere Bildstrecke zeigt die Hauptbestandteile der Vergütung der Allianzvorstände mit Zahlen für 2024. Die Angaben sind dem aktuellen Geschäftsbericht entnommen – dieser ist auf der Webseite der Allianz abrufbar.