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Der Münchener Versicherer Allianz hat angekündigt, den langjährigen Chef-Ökonom Hans-Joerg Naumer zu entlassen. Grund für diesen drastischen Schritt: Naumer hatte nach einem lockeren Bierabend mit Kollegen eine außergewöhnliche Investmentstrategie umgesetzt – mit gravierenden Folgen. Er setzte mithilfe von hochriskanten Hebelzertifikaten mit einem 10- bis 15-fachen Hebel auf fallende Kurse der Konkurrenten W&W AG und Deutsche Familienversicherung (DFV).

Der spontane Einfall brachte der Allianz zwar über drei Milliarden Euro Gewinn, fiel jedoch bei aktuellen Nachhaltigkeitsprüfungen (ESG) auf und löste einen Eklat aus. „Ich dachte ehrlich gesagt nicht, dass jemand diesen Witz ernst nimmt – geschweige denn, dass daraus ein milliardenschwerer Gewinn entstehen könnte“, erklärte Naumer zerknirscht. „Es sollte nur ein kleiner Spaß unter Kollegen sein.“

Allianz-Chef Oliver Bäte kommentierte den Vorfall mit humorvollem Ernst: „Auch wenn drei Milliarden Euro kein schlechter Nebenverdienst sind, entsprechen derartige ‚Bierdeckel-Strategien‘ nicht unseren ESG-Richtlinien.“ CFO Giulio Terzariol fügte ironisch hinzu: „Vielleicht sollten wir künftig das Bier vom Finanzvorstand genehmigen lassen.“

Insider berichten, dass der Vorfall in der Allianz-Zentrale zu heftigen Diskussionen führte. Interne Prüfungen hätten gezeigt, dass Naumer ursprünglich nur spaßhaft vorgeschlagen habe, es wäre doch einfach, durch Short-Wetten gegen kleinere Wettbewerber beträchtliche Gewinne zu erzielen. Doch nachdem ein Kollege scherzhaft meinte, Naumer traue sich das sowieso nicht, beschloss der erfahrene Ökonom kurzerhand, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Während die Aktienkurse von W&W und DFV kurzfristig drastisch einbrachen, bleibt die Allianz-Führung trotz der Gewinne besorgt um ihren Ruf. ESG-Kriterien spielen inzwischen eine entscheidende Rolle bei Investitionsentscheidungen, und ein derartiges Vorgehen widerspreche fundamental den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens. „Das Verhalten unseres Chef-Ökonomen passt leider überhaupt nicht zu unserem Anspruch, ethisch verantwortungsvoll und nachhaltig zu investieren“, erklärt ESG-Verantwortliche Dr. Sabine Mayer. „Daher mussten wir ein klares Signal setzen.“

Naumer selbst reagierte öffentlich mit Verständnis, aber auch mit Humor: „Vielleicht sollte ich künftig lieber auf alkoholfreies Bier umsteigen – sicherheitshalber.“ Trotz der Entlassung gibt es im Unternehmen auch Stimmen, die Naumer verteidigen und auf seine jahrzehntelange Verdienste hinweisen. Ein Vorstandsmitglied, das anonym bleiben wollte, kommentierte: „Hans-Joerg hat uns über Jahre hinweg zuverlässig mit großartigen Analysen unterstützt. Dass ihm nun ausgerechnet ein Bierabend zum Verhängnis wird, ist tragisch-komisch.“

Auch Branchenexperten sehen den Vorfall kritisch. „Es ist erstaunlich, welche Dimensionen ein lockerer Feierabendspaß annehmen kann, wenn Milliarden im Spiel sind“, so Prof. Dr. Dietmar Müller, Finanzexperte von der Universität Frankfurt. Er fordert zugleich strengere Kontrollmechanismen, um zukünftig ähnliche Vorfälle zu verhindern.