Pflichtversicherung gefordert: Hausbesitzer wollen besseren Schutz vor Naturgefahren
Starkregen, Hochwasser, Erdrutsch – Naturgefahren rücken für viele Hausbesitzer näher. Die Sorge wächst, ebenso der Wunsch nach klaren Regeln. In einer aktuellen Umfrage spricht sich ein überraschend großer Teil der Eigentümer für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aus.

Die Bilder von überschwemmten Straßen, vollgelaufenen Kellern und zerstörten Wohnhäusern prägen längst nicht mehr nur das kollektive Gedächtnis nach einzelnen Extremereignissen – sie gehören zur neuen Realität vieler Regionen in Deutschland. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachten Unwetter und Hochwasser allein im Jahr 2024 Schäden in Höhe von mehr als 5,5 Milliarden Euro. Doch nicht nur die Schadenssummen steigen – auch das Bewusstsein in der Bevölkerung wächst.
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Wie sehr sich das Sicherheitsgefühl vieler Bürger verändert hat, zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage, die die DEVK beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat. Im Februar 2025 wurden mehr als 5.000 Personen in Deutschland befragt – mit einem klaren Ergebnis: Die Mehrheit erkennt Naturgefahren inzwischen als reale Bedrohung für Hab und Gut. Besonders auffällig: Unter den Hausbesitzern gewinnt die Forderung nach einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden deutlich an Zustimmung.
Hausbesitzer sehen sich zunehmend bedroht – und fordern Konsequenzen
Laut der DEVK/Civey-Umfrage halten 56 Prozent der Gesamtbevölkerung Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser für reale Risiken am eigenen Wohnort. Unter Wohneigentümern ist die Sorge sogar noch größer: 59 Prozent gehen davon aus, dass ihr Zuhause durch Naturgefahren beschädigt werden könnte.
Auch andere Bedrohungen rücken stärker ins Bewusstsein. So befürchtet knapp ein Viertel der Befragten Schäden durch Erdbeben, Erdrutsch oder Erdsenkung. Eher als Randphänomene werden dagegen Schneedruck, Lawinen oder Vulkanausbrüche wahrgenommen.
Auffällig: Die subjektive Gefährdung übersteigt mittlerweile die reale Erfahrung. Zwar geben 60 Prozent der Befragten an, bislang keine eigenen Schäden durch Naturgefahren erlebt zu haben, doch 7 Prozent waren in den letzten fünf Jahren betroffen, weitere 10 Prozent vor längerer Zeit. Das heißt: Insgesamt 17 Prozent der Bevölkerung haben bereits persönliche Erfahrungen mit Elementarschäden gemacht.
Demgegenüber stehen 23 Prozent, die konkret damit rechnen, in den kommenden zehn Jahren betroffen zu sein, sowie 15 Prozent, die sich diesbezüglich unsicher zeigen. Damit hält mehr als ein Drittel der Bevölkerung eine künftige Betroffenheit für möglich – mehr als doppelt so viele wie bisher tatsächlich betroffen waren.
Hinzu kommt: Viele Menschen erleben die Folgen von Starkregen oder Hochwasser im nahen Umfeld mit – sei es, weil sie persönlich Betroffene kennen oder selbst bei Aufräumarbeiten geholfen haben. Vor dem Hintergrund steigender Extremwetter-Ereignisse ist diese Einschätzung keineswegs übertrieben. Die zunehmende Zahl von Starkregen- und Hochwasserlagen in den vergangenen Jahren zeigt: Elementarschäden sind längst kein Ausnahmefall mehr – sondern in vielen Regionen ein realistisches Risiko.
Diese wachsende Bedrohungswahrnehmung schlägt sich auch in der Frage nieder, wie man künftig mit dem Risiko umgehen sollte. 44 Prozent der Menschen mit Wohneigentum sprechen sich für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aus. Damit rückt eine lang diskutierte Maßnahme wieder in den Fokus – und erhält politischen Rückenwind.
Schutz allein reicht nicht – Bevölkerung fordert politische Antworten
Die Forderung nach einer Pflichtversicherung ist nur ein Teil eines breiteren Stimmungsbilds: Viele Menschen wünschen sich, dass der Staat endlich wirksam auf die zunehmenden Klimarisiken reagiert. 57 Prozent der Befragten sehen Investitionen in den Hochwasserschutz als vordringlich an – bei den Hausbesitzern sind es sogar 61 Prozent. Gefragt sind dabei vor allem konkrete Maßnahmen wie Rückhaltebecken, Entsiegelung von Flächen und verbesserte Frühwarnsysteme.
Doch mit Prävention allein ist es nicht getan: 41 Prozent fordern mehr Mittel für den Katastrophenschutz, 37 Prozent wünschen sich Änderungen im Baurecht. Hintergrund ist die Kritik, dass vielerorts nach wie vor in hochwassergefährdeten Gebieten gebaut werden darf – mit Genehmigung der Behörden.
Klare Erwartungen – und erste Antworten aus der Branche
Einige Versicherer reagieren bereits: Bei der DEVK ist die Elementardeckung seit 2011 automatisch in Wohngebäude- und Hausratpolicen enthalten, sofern sie nicht aktiv abgewählt wird. „Damit schützen wir unsere Versicherten vor bösem Erwachen, falls doch etwas passiert“, erklärt Dr. Michael Zons, Schaden-Vorstand der DEVK. Ein Modell, das laut Unternehmen breite Akzeptanz findet – und zeigt, dass intelligentes Policendesign einen wichtigen Beitrag zur Risikovorsorge leisten kann.
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Die Umfrage, auf die sich die Ergebnisse stützen, wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der DEVK vom 5. bis 7. Februar 2025 durchgeführt. Befragt wurden 5.015 Personen, die Ergebnisse sind laut Anbieter repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung und für Menschen mit Wohneigentum. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozentpunkten.